Zur Prüfung und Bewertung von Werkstoffen und Materialien in Kontakt mit Trinkwasser beschreibt das Umweltbundesamt (UBA) neben Prüfvorschriften auch methodische Vorgaben zur Bewertung der hygienischen Eignung. Außerdem werden beim UBA Positivlisten geführt, die geeignete Ausgangsstoffe zur Herstellung von Werkstoffen und Materialien in Kontakt mit Trinkwasser beinhalten. Beratend wirken dabei auch die beteiligten Fachkreise und Verbände mit (wie DVGW, VDMA), um deren Erfahrungen in die Bewertungsgrundlagen einfließen lassen zu können.

Die KTW-Leitlinie enthält Prüfvorschriften mit hygienischen Anforderungen für Kunststoffe sowie Silikone im Kontakt mit Trinkwasser. Die aktuell gültige Version wurde am 07. März 2016 vom UBA veröffentlicht. Separate Vorschriften gelten für organische Beschichtungen, Schmierstoffe und Elastomere. Für Thermoplastische Elastomere gibt es eine Übergangsempfehlung (TPE-Übergangsempfehlung).

Das UBA plant, die KTW-Leitlinie in eine Bewertungsgrundlage zu überführen, die nach Ablauf einer Übergangsfrist von zwei Jahren verbindlich gilt.

Voraussetzung zur Durchführung einer praktischen Prüfung gemäß der KTW-Leitlinie ist die Bestätigung der materialeigenen Rezeptur anhand der geltenden Positivliste. Die hygienische Prüfung von Kunststoffen beinhaltet zum einen eine chemisch-sensorische Bewertung am Prüfkörper und zum anderen die Prüfung auf die Vermehrung von Mikroorganismen gemäß DVGW-Arbeitsblatt W 270. Für diese Untersuchung werden Prüfplatten aus dem zu testenden Material hergestellt.

Für beide Untersuchungen gibt es nach bestandener Prüfung ein Zertifikat. Nur wenn das Produkt die Anforderungen für beide Überprüfungen erfüllt hat, ist es gemäß der KTW-Leitlinie zertifiziert und kann für den Einsatz im Trinkwasserbereich empfohlen werden.

Quellen:

  • Umweltbundesamt
  • Tuschewitzki, GJ. & Schell, C.: „Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser aus Sicht der Trinkwasserverordnung“, energie wasser-praxis 2 (2013), 8-10 

Quelle: Umweltbundesamt