Eigentlich steht in der aktuellen Trinkwasserversorgung nichts Neues. Es steht schon immer in den ersten Zeilen, dass das Trinkwasser keine Krankheitserreger enthalten darf. Legionellen sind Krankheitserreger - ohne Zweifel. Nur werden diese jetzt besonders erwähnt, müssen untersucht werden, sind meldepflichtig.

 

Möglicherweise betrifft Sie das ja gar nicht, wahrscheinlich gehören Sie zu den 70%, die keine dieser kleinen, unsichtbaren Feinde im Wasser haben. Aber jeder, der Trinkwasser an Dritte abgibt, unterliegt der Untersuchungspflicht. Diese Untersuchung erfordert einen erheblichen Kostenaufwand. Zertifizierte Probennehmer nennt Ihnen Ihr  Gesundheitsamt oder Sie finden diese im Internet. Zertifiziert bedeutet, dass der Probennehmer in Verbindung mit seinem Labor zertifiziert sein muss und dem laufenden Zertifizierungsmanagement unterliegt.

 

Wie alles haben auch diese Untersuchungen ihre Fehlerquellen. Derzeit wird empfohlen, das Warmwasser zu untersuchen. Auf den Unsinn dieser Empfehlung gehen wir unten stehend ein. Im warmen Wasser nach Legionellen zu suchen, ist unlogisch und Wunschdenken. Ist dies ordentlich aufgeheizt, z.B. auf rund 60°C, sind Legionellen abgetötet. Aus toten  Bakterien werden organische Kohlenwasserstoffe, kurz TOC genannt. Organische Kohlenwasserstoffe sind Nahrung für andere Bakterien.

 

Da kein Nutzer weder mit 60°C noch mit 15° C duschen oder die Hände waschen möchte, wird das Wasser in der Armatur manuell oder thermostatisch auf Wunschtemperatur gemischt. Diese liegt bei ca. 37°C bis 42°C. Jede Mischarmatur, gleichgültig wie gebaut, hat irgendwo zwischen Warm- und Kaltwasserzulauf Nischen - thermostatische Armaturen mehr als Hebelmischer. Magnetventile in elektronisch gesteuerten Armaturen sind davon ebenso betroffen. In diesen Nischen finden Bakterien einen geschützten Unterschlupf bei einer idealen Temperatur zwischen 60°C und 15°C, i.d.R. bei etwa 37°C, der absolut idealen Temperatur für die Vermehrung. Beim Betätigen der Armatur werden diese Bakterien aus diesen Nischen, ähnlich der Betätigung einer Spritze, regelrecht ins ausfließende Nass gepresst.

 

Legionellen verdoppeln sich bei normalen Rahmenbedingungen alle drei Stunden. Bei anderen Bakterien ist das ähnlich. Hat sich auch nur ein einziges Bakterium eingenistet, führt dies nach kurzer Zeit der Population zu einer hohen Kontamination. Eine Gefahr, an Legionellose zu erkranken, geht nach heutigen Erkenntnissen zumeist von den feinen Wassertropfen, beim Duschen eingeatmet, aus.

 

So ist es leicht erklärbar, dass Lieferanten zentraler Anlagen, gleichgültig ob thermisch oder chemisch, lediglich die Garantie für die Funktion der gelieferten Anlage übernehmen können, niemals jedoch für das bakteriologische Ergebnis an der Brause oder der Armatur.

 

Es gibt nur eine einzige Lösung, für welche Hersteller eine Funktionsgarantie übernehmen können – endständige Sterilfilter für Handbrausen, Kopfbrausen und Waschtische mit integriertem Wechselfilter. Dies sind im besten Fall Handbrausen, denen die „Sonderfunktion“ Legionellenschutz“ nicht anzusehen ist. Im Idealfall ist auch noch die Standzeit, bis zu einem möglichst einfachen Filterwechsel, lange. Die Spitzenmodelle im Markt haben Standzeiten von drei Monaten, so dass nur viermal im Jahr eine Kartusche gewechselt werden muss.

 

Sicherlich, nur wenige Immobilienbetreiber, gleich ob Klinik, Seniorenheim, Schule, Schwimmbad, Wohnbau oder Industriebetrieb werden, ohne positiven Befund, eine solche Ausgabe tätigen. Derzeit ist der Gedanke eher am Notfall orientiert. Notfall ist dann, wenn das Gesundheitsamt ein Benutzungsverbot der Duschen oder Waschtische anordnet.

 

Der ideale, endständige Wechselfilter hat lange Standzeiten mit einem möglichst eingeschränkten Reverkeimungsrisiko. Die Grenzschicht zwischen Membranen und Luft ist gering, die Oberfläche und der innere Aufbau des Sterilfilters sind möglichst glatt und ohne Nischen und Kanten. Die wirksame Membranluftoberfläche der LEGIO.medizinfilter gegen Luft ist ca. 10 cm² - die durchschnittliche Oberfläche der am Markt erhältlichen Medizinfilter liegt zwischen 500 cm² und über 3000 cm². Weniger Wechsel bedeutet weniger Kosten für Material und Arbeit und weniger Hygienerisiken beim Wechsel selbst.

Die Zukunft wird Modelle bringen, die absolut unauffällig sind. Wahrscheinlich werden die laufenden Kosten dafür so gering werden, dass der Wechsel von Kartuschen so selbstverständlich wird, wie heute das Waschen von Wäsche. Weniger Wechsel bedeutet letztlich auch weniger Ressourcenverbrauch und damit mehr Umweltfreundlichkeit.

 

Es gibt Bereiche, in welchen Wasserhygiene mit sterilen Wechselfiltern nicht sicherzustellen ist. Hier eignet sich die Ultrafiltrationstechnik mit einer Trennschärfe von nur 0,02 µm. Sterile Wechselfilter arbeiten bei 0,2 µm. 1000 µm entsprechen 1 mm!

Die Ultrafiltrationssysteme sind modular aufgebaut und somit in jeder beliebigen Leistung und für jede beliebige Wassermenge lieferbar. Werden diese zum Beispiel vor einer Gebär- oder Pflegewanne eingesetzt, so stellen sie eine Grenze dar, welche für Bakterien undurchdringbar ist. So kann das System zwischen Ultrafiltration und Wannenarmatur jederzeit und ohne Einfluss auf das restliche Wasserversorgungssystem gereinigt und desinfiziert werden. Die Ultrafiltration bildet eine Barriere. Diese Barriere kann einen Neubau von einem keimbelasteten Altbau abschirmen oder auch ein Gebäude vom öffentlichen Wassernetz. Auch Kühltürme sind mit dieser Systematik absolut sicher beherrschbar.

 

Ultrafiltration und Mikrofiltration sind die Systeme der Zukunft. Sie erfordern  keine Chemie im Wasser, haben keinerlei negativen Einfluss auf Rohrleitungssysteme wie die chemische oder thermische Desinfektion und benötigen nur sehr wenig Energie (Produktion, Transport und Druckverlust).